|
Hermann Reinhard Alker (1885 – 1967) Hermann Alker wurde am 12. März 1885 in Lambrecht / Pfalz geboren und besuchte von 1901 bis 1904 die Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern. 1904 bis 1911 studierte er an der TH Karlsruhe bei Carl Schäfer, Josef Durm, Friedrich Ostendorf, Max Laeuger und Hermann Billing. Danach wurde er Assistent im Büro Friedrich Ostendorfs, der seine frühen, traditonsgebundenen Bauten maßgeblich beeinflusste. Ab 1914 vertrat Alker dessen Lehrstuhl, bevor er ab 1915 selbst seinen Kriegsdienst ableistete. 1919 erlangte er nach seiner Staatsprüfung den Titel Regierungsbaumeister. 1920 promovierte Alker zum Dr. Ing. bei Walter Sackur mit einer Dissertation über die Portalfassade von St. Peter in Rom, und bereits 1921 wurde er habilitiert. Drei Jahre darauf berief ihn die TH Karlsruhe zum außerordentlichen Professor. Nach dem Vorbild des Universalkünstlers der Renaissance gehörte es zu seinem Selbstverständnis als Architekturlehrer, dass er Lehraufträge der verschiedensten Art übernahm, z. B. Baustoffkunde, Darstellende Geometrie, Gebäudelehre und Geschichte der Architektur und Gartenkunst der italienischen Renaissance. In dieser Phase schuf er zugleich wichtige Bauten mit dem neuen Werkstoff Beton, wie etwa die Stadien in Karlsruhe und Heidelberg. 1936 erhielt er den Kulturpreis des Gauleiters in Baden, anschließend die Stellung als Stadtbaurat für besondere Aufgaben in München, die er aber 1938 nach Differenzen mit Hitler wegen seiner kompromisslosen Haltung wieder verlor. 1939 bis Kriegsende war Alker als Nachfolger von Hermann Billing Professor an der TH Karlsruhe, die Militärregierung entließ ihn wegen seiner NS-Vergangenheit. 1950 wurde er nachträglich emeritiert. Hermann Alker starb am 25. Mai 1967 in Karlsruhe. Ganz im Sinne seines Meisters Ostendorf war er immer an der harmonischen, eher zeitlosen Gesamtwirkung interessiert, der sich auch ganze Wohnsiedlungen unterordneten. Kennzeichnend für seine Bauten ist ferner die konsequente Durcharbeitung bis in die Details mit kraftvoll kantigen Formen, die auch sein Interesse für den Expressionismus spüren lassen. An der Durchsetzung der Moderne in Karlsruhe hatte er entscheidenden Anteil.
Werkauswahl: Zahlreiche Wohnhäuser in Karlsruhe Krafthäuser, Sasbachwalden (1921) und Zweribach (1923) Siedlung Auer Straße und Dornwaldsiedlung, Durlach (1921 – 24) Radiumsolbad, Heidelberg (1924 – 28) Ev. Matthäuskirche (1926 – 27) Hochschulstadion (1926 – 34) Universitätsstadion, Heidelberg (1928) Wohnblock Ebertstraße (1929 – 31) Thingstätte, Heidelberg (1934 – 35) Stadthalle, Gießen (1936) Generalbebauungsplan, München (1937 – 38) Projekt Hochschulbebauung (1940 – 41) |
|